Die Situation in der Pflege spitzt sich weiter zu: Der Mangel an Pflegekräften und die massiv steigenden Eigenanteile für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bringen viele Menschen an ihre finanziellen und emotionalen Grenzen. Die Fraktion Bürger für Vorpommern-Rügen/Freie Wähler/Für Rügen (BVR/FW/FR) im Kreistag Vorpommern-Rügen fordert daher entschlossenes Handeln von Bund und Land, um die Pflege in Deutschland zukunftsfähig und bezahlbar zu machen.
„Die Eigenanteile in der stationären Pflege haben in den vergangenen Jahren ein untragbares Niveau erreicht. Viele ältere Menschen und ihre Familien stehen vor enormen finanziellen Belastungen oder müssen Sozialhilfe beantragen, obwohl sie ihr Leben lang gearbeitet haben. Diese Entwicklung ist sozialpolitisch nicht akzeptabel. Die Landes- und Bundesregierung müssen dringend Maßnahmen ergreifen, um die Kosten für Pflegebedürftige und Angehörige zu senken,” erklärt Fraktionsvorsitzender Mathias Löttge.
Fachkräftemangel aktiv bekämpfen:
Neben der finanziellen Belastung ist der dramatische Fachkräftemangel in der Pflege ein weiteres großes Problem. Pflegekräfte sind überlastet, viele verlassen den Beruf, und pflegebedürftige Menschen erhalten nicht die Versorgung, die sie benötigen. „Wir brauchen endlich gezielte Maßnahmen zur Personalgewinnung, bessere Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung in der Pflege. Das betrifft sowohl die Krankenpflege als auch die Altenpflege,” betont Monika Wenzel.
Konkret fordert die Fraktion BVR/FW/FR:
- Eine Deckelung der Eigenanteile für Pflegebedürftige durch eine stärkere Beteiligung der Pflegeversicherung.
- Mehr finanzielle Unterstützung für ambulante Pflegeleistungen, um den Verbleib in den eigenen vier Wänden zu erleichtern.
- Ein Förderprogramm zur Gewinnung von Pflegekräften, insbesondere durch bessere Ausbildungsvergütungen, kostenlose Weiterbildungsmöglichkeiten und Anreize für den Wiedereinstieg in den Beruf.
- Eine konsequente Entbürokratisierung der Pflege, damit Pflegekräfte mehr Zeit für die eigentliche Betreuung haben.
- Eine Stärkung der pflegenden Angehörigen durch finanzielle Entlastung und den Ausbau von Unterstützungsangeboten.
- Eine stärkere Rolle der Kommunen in der Pflegeplanung, um regionale Lösungen für den Fachkräftemangel und die Versorgung zu entwickeln.
Dr. Carmen Kannengiesser ergänzt: „Die Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Politik darf sich nicht länger wegducken, sondern muss Lösungen schaffen, die für die Menschen vor Ort spürbar sind. Ein würdevolles Leben im Alter darf keine Frage des Geldbeutels sein.”
Die Fraktion Bürger für Vorpommern-Rügen/Freie Wähler/Für Rügen wird sich weiter mit Nachdruck für Verbesserungen in der Pflege einsetzen und erwartet von der Bundes- und Landesregierung konkrete Maßnahmen zur Entlastung von Pflegebedürftigen und Pflegekräften.
gez.
Mathias Löttge
Fraktionsvorsitzender
gez.
Brunhild Steinmüller
Fraktionsgeschäftsführerin